Donnerstag, 8. Dezember 2011

Leben - Eine Anthologie (Fortsetzung 6)

Der Tod ist eine absolute Grenze.
Alles was wir aufbauen, ist zum Vornherein
durch ihn zum Untergang verurteilt.
Werner Kaiser?


Die Welt ist leer, kalt und feindlich.
Nur das ist sinnvoll, was ich selber als
sinnvoll erkläre.
Jean-Paul Sartre


Es ist feige, dem Leben einen Sinn unter - zuzuschreiben. Das Leben ist sinnlos, absurd. Der Mensch soll diese Absurdität aushalten, er darf sich moralisch nicht unterkriegen lassen. Er soll gross und stark untergehen.
Albert Camus


Sorglos eilen wir in den Abgrund, nachdem wir etwas vor uns aufgebaut, was uns hindert, ihn zu sehen.
Pascal


Man stelle sich eine Anzahl Menschen vor,
in Ketten gelegt und alle zum Tod verurteilt,
von denen immer einige Tag für Tag
vor den Augen der anderen erdrosselt
werden; so dass die, die zurückbleiben,
ihre eigene Lage in der ihresgleichen sehen
und voller Schmerz und ohne Hoffnung
aufeinander schauen und warten, dass
die Reihe an sie komme. Das ist
ein Bild der Lage des Menschen.
Pascal


Der Glaube den ich meine, ist nicht leicht in Worte zu bringen. Man könnte ihn etwa so ausdrücken:
Ich glaube, dass trotz des offensichtlichen Unsinns des Lebens, das Leben dennoch einen Sinn hat, ich ergebe mich darein, diesen letzten Sinn mit dem Verstand nicht erfassen zu können, bin aber bereit, ihm zu dienen, auch wenn ich mich dabei opfern muss. Die Stimme dieses Sinnes höre ich in mir selbst, in den Augenblicken, wo ich wirklich ganz lebendig und wach bin. Was in diesen Augenblicken das Leben von mir abverlangt, will ich versuchen zu verwirklichen, auch wenn es gegen die üblichen Moden und Gesetze geht. Diesen Glauben kann man nicht befehlen und sich nicht zu ihm zwingen. Man kann ihn nur erleben.
Hermann Hesse


Die Krähen schrein 
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt; 
bald wird es schnein, 
wohl dem, der jetzt noch Heimat hat ! 

Nun stehst du starr, 
schaust rückwärts, ach! wie lange schon? 
Was bist du Narr 
vor Winters in die Welt entflohn? 

Die Welt - ein Tor 
zu tausend Wüsten stumm und kalt 
Wer das verlor, 
was du verlorst, macht nirgends Halt. 

Nun stehst du bleich, 
zur Winter-Wanderschaft verflucht, 
dem Rauche gleich, 
der stets nach kältern Himmeln sucht. 

Flieg, Vogel, schnarr 
dein Lied im Wüstenvogel-Ton; 
Versteck, du Narr, 
dein blutend Herz in Eis und Hohn 

Die Krähen schrein 
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: 
bald wird es schnein, 
weh dem, der keine Heimat hat. 

Friedrich Nietzsche

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