Samstag, 2. April 2011

Dunkel an diesem Frühlings-Sonntag

und wenn du sicher bist,
dass du mich nicht mehr liebst,
dann bitte,
bitte,
sag es mir nicht!

lass mich heute
noch unschuldig
weiter
in deinen lügen segeln...

lächelnd und ganz ruhig
werde ich einschlafen.
und am anderen morgen
früh aufstehen.

und ich werde wieder in see stechen,
das verspreche ich dir...

doch diesesmal werde ich
ohne jeden protest noch widerstand,
freiwillig und ohne vorbehalt,
ertrinken in der tiefen unermesslichkeit des
verlassenseins.

jorge bucay


(geklaut bei: http://thechapeauarchives.blogspot.com/search?updated-max=2011-03-11T23%3A43%3A00%2B01%3A00&max-results=7)

Traurige Nachricht

Ein wunderbarer Frühlingssamstag. 21 Grad im Schatten, die Sonne kitzelt beim ersten Kaffee in der Nase. Händereiben und sich am Ausblick laben ist angesagt. Kübelpflanzen raus? Nein noch nicht, aber Gartenmöbel putzen und an die Sonne stellen. Frischgewaschene Bettwäsche an die wunderbare Luft hängen. Vorher die Wiese kürzen, sonst kommt der Rasen-Mäher nicht mehr durch. All das geht mir durch den Kopf.

Da klingelt das Telefon. Eine männliche Stimme meldet sich. „Ich habe ihnen eine ganz traurige Nachricht.“ Verdattert höre ich zu. Mein zukünftiger Arbeitgeber M.A. hat sich in der Nacht von Sonntag auf Montag umgebracht. Das kriege ich mit. Eine Lawine von Gedanken überstürzt mein Hirn. Der Mann sagt viel mehr, nicht alles erreicht mich.

Am 21.3.2011, just zu Frühlingsbeginn beobachtete ich über Tweetdeck, wie M.A. auf Facebook traurige (Liebeslieder) postete. Den Post „ich kann nicht mehr“ wollte ich spontan kommentieren. Es ging nicht. Auf der Facebook-Seite sah ich, die „Freundschaft“ ist abgebrochen. Das berührte mich und brachte mich in seltsame, innere Aufruhr. Tut man das, als zukünftiger Arbeitgeber, kurzerhand abbrechen? Per Screenshot hielt ich einen Post fest und überlegte mir Nächstentags anzurufen, um mich zu erkundigen, was los war. Ich hatte ein äusserst mulmiges Gefühl.
Doch am nächsten Morgen beschloss ich ruhig Blut zu bewahren und erst einmal abzuwarten. Am 31.3.2011 sollte nämlich mehr zu erfahren sein. Die Betriebsbewilligung für das Arbeitsprojekt war vom zuständigen Kantonalen Amt noch nicht gegeben. Die Voraussetzungen mit dem Projekt zu beginnen, waren hingegen erfüllt. So schrieb ich M.A. am 31.3. eine Mail, fragte nach Neuigkeiten und beiläufig danach, was kürzlich bei Facebook geschehen sei. Keine Antwort...

Nun habe ich eine Antwort. Und die Frage, ob sich ruhig Blut bewahren immer bewährt. Und ich habe den Post „ich kann nicht mehr“ und Zugang zu Youtube und das Wissen, sechs Tage nach dem Post hat sich M.A. das Leben genommen. Ich kann nicht mehr

Samstag, 1. Januar 2011

Wahrnehmung eines Augenblicks auf der Autobahn, 1.1.11

Bequem und entspannt sitze ich im Auto. Der Tempomat verrichtet seine Arbeit zu meiner Zufriedenheit. Es dämmert, die Landschaft zieht vorüber, kein Verkehr. Ich halte einzig das Steuerrad. Noch liegt Schnee, der Hochnebel ist zäh. Die Fahrt durchbricht laufend Grenzen, lautlos gleitet das Auto dahin. Musik erklingt aus den Lautsprechern und lässt in mir die Sehnsucht erwachen, nie mehr bremsen zu müssen. Weiter, weiter durch die Jungfräulichkeit der Dämmerung und des ersten Tages in unbekannte Richtung. Oder ist's in Richtung Unendlichkeit?

Sonntag, 19. Dezember 2010

Sonntag, 4. Advent

Was für ein Tag: während andere in den Geschäften nach Geschenken stöberten oder an Weihnachtsmärkten Glühwein schlürften, Grossmütter oder Mütter besuchten, habe ich gar nichts gemacht. Weder gebastelt, noch geschrieben, keine Musik gehört, auch nicht getwittert und schon gar nicht bei fb rein geschaut. Auch den Kachelofen habe ich nicht eingeheizt, es ist warm genug. Zum Fenster hinaus geschaut habe ich nicht, wenigstens nicht bewusst, unbewusst gehts gar nicht anders, bei der Prachtsaussicht.

Im Ofen bruzzelt grade ein Schweinsnierbraten. Immerhin, den habe ich mariniert und in den Ofen gestopft, sogar Wein dazu gegossen. Geduscht habe ich auch. Sonst nichts.

Trotzdem oder deswegen, ich bin zufrieden. Nun werde ich gleich vier Kerzen anzünden, zum Mahl und dieses geniessen. Wenn das kein besinnlicher Tag war, ganz bei mir, "nur" bei Lust und Liebe!

Freitag, 10. Dezember 2010

Gestern und heute vor der Haustüre (Der schöne Augenblick)

Vor DIESER Haustür!







Wacholderdrosseln? Hab ich noch nie zuvor gesehen!